Volker Dürr, Diplom-Psychologe, Heilpraktiker, Coach, Atemtherapeut
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Volker Dürr, München - Schwabing:
Diplom-Psychologe, Heilpraktiker, Coach, Atemtherapeut

Atemtherapie oder: "Die Reise nach Mittelerde"

Themenübersicht:
(ein Klick auf einen Begriff führt Sie direkt zum Thema)

  1. Allgemeine Einführung
  2. Intensiv-Atem (holotropes Atmen, Rebirthing, der verbundene Atem, Reise nach Mittelerde)
  3. Initiatischer Atem (nach Karlfried Graf von Dürckheim)
  4. Subtiler Atem (verschiedene Ursprünge u.a.: Ilse Middendorf)
  5. Imaginativer Atem (nach Charles Gruber)

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1. Allgemeine Einführung

Der Atem gilt schon seit Urzeiten als etwas ganz Besonderes, ist er doch einer der ganz wenigen körperlichen Vorgänge, die sowohl vom Unbewussten als auch vom Bewusstsein her gesteuert werden. Er gilt daher schon immer als „Brücke zwischen den Welten“, zwischen dem Innen und dem Außen, zwischen dem Bewusstsein und dem Unbewussten.

Üblicherweise geschieht der Atem von ganz alleine; wir brauchen absolut nichts dazutun: „Es“, der „innere Meister“, oder auch das biologische Atemzentrum weiß, was der gute und richtige Atem ist! Der Atem läuft auch dann völlig selbstverständlich weiter, wenn wir uns keinerlei Gedanken dazu machen; wir können mit unserer Aufmerksamkeit wo ganz anders sein. Ja, auch, wenn wir schlafen und sogar wenn wir ohnmächtig sind: Der Atem läuft von alleine weiter!

Andererseits kann der Mensch mit seinem bewussten Willen jederzeit in das Atemgeschehen eingreifen. Er kann absichtlich tiefer und schneller atmen (willkürliche Hyperventilation). Er kann auch bewusst den Atem anhalten (z.B. bei Tauchvorgängen). Diese bewusste Einflussnahme auf den Atem ist allerdings nur in begrenztem Umfang möglich. Hält der Mensch die Luft zu lange an, entsteht ein dermaßen gewaltiger Sauerstoffhunger, dass „es“ ganz von selbst wieder zu atmen beginnt. Selbst dann, wenn der Mensch taucht und ganz genau weiß, dass er unter Wasser ist und damit das Atmen jetzt völlig unmöglich ist: „Es“ (der Körper, sein biologischer Überlebenstrieb) beginnt – auch gegen den erklärten Willen – mit aller Gewalt wieder zu atmen, mit der Konsequenz, dass er dann mächtig Wasser schluckt.

Diese „Doppelbindung“ des Atems sowohl an das Unbewusste als auch an das Bewusstsein ist – wie oben schon erwähnt – auch unseren Altvorderen, den Urahnen schon aufgefallen. In allen Überlieferungen im Westen wie im Osten, soweit sie zurückreichen und zu diesem Thema etwas sagen, können wir daher Hinweise auf die Bedeutung des Atems nicht nur für das körperliche Wohlbefinden, sondern auch für seelisch-geistige Entwicklung finden. Dabei stoßen wir auf eine ganz erstaunliche Vielfalt an unterschiedlichsten Atemübungen, die oft genug als Instrument beschrieben werden zur Erlangung besonderer Energien und Fähigkeiten. Manche Atemübungen wurden streng geheim gehalten, da ihre Kraft und Intensität zu groß für den ungeschulten und unvorbereiteten Menschen wäre und ihn hochgradig gefährden würden.
Ein kleines Beispiel für die ungeheure Macht des veränderten Atems ist die spontane und ungewollte Hyperventilation. Diese tritt vorwiegend in besonderen Stress- und Spannungssituationen auf und kann bei den Betroffenen massive Panik auslösen. Letztendlich ist jedoch eine spontane, sprich unwillkürliche Hyperventilation nur dann gefährlich, wenn sie in einer kritischen Situation auftaucht wie z.B. beim Führen eines Kraftfahrzeugs; ansonsten klingt eine (von allein entstandene) Hyperventilation auch wieder von alleine ab.

Ich will im folgenden eine kleine Auswahl von Atemtechniken beschreiben, die vorwiegend im Westen entwickelt wurden. Wir finden jedoch auch im Osten – vor allem in den verschiedenen Yogaschulen – eine Vielfalt von Atemformen, Atemtechniken und Atemmeditationen, so dass wir hier ein geradezu unerschöpfliches Thema haben. Wer sich hier vertieft kundig machen möchte, sei auf die einschlägige Literatur verwiesen. Zur Eingrenzung des Themas werde ich hier weniger auf die Yoga-Praktiken und auch nicht auf medizinische Aspekte des Atmens eingehen, sondern den Schwerpunkt auf die folgenden Themen legen:

  1. Die Reise nach Mittelerde oder Der Intensiv-Atem (z.B. holotropes Atmen nach Stanislav Grof)
  2. Der subtile Atem (u.a. nach Ilse Middendorf)
  3. Der initiatische Atem (nach Prof. Karlfried Graf von Dürckheim)
  4. Der imaginative Atem (nach Charles Gruber)

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2. Die "Reise nach Mittelerde" oder der Intensiv-Atem

Wesentliche Elemente der „Reise nach Mittelerde“ sind der intensivierte Atem (tiefer und schneller Atmen, eine Art willentlicher und bewusster Hyperventilation), sorgfältige ausgewählte intensive Musik, spezielle Körperarbeit, Malen, Arbeit mit Tonerde, Gespräche und Erfahrungsaustausch; auf Wunsch auch langfristige Entwicklungsbegleitung in Einzelarbeit.

Hyperventilation als Atemtechnik zur willentlichen und direkten Herbeiführung von veränderten Bewusstseinszuständen ist mir erstmals 1987 begegnet, vertreten durch Herrn Dr. Stanislav Grof. Stan gab damals einen Vortrag in München und führte anschließend ein Seminar zum Thema „holotropes Atmen“ durch, mit der Möglichkeit, an einem Atem-Workshop teilzunehmen. Da ich schon immer neugierig und manchmal auch mutig war, habe ich gleich alles drei gebucht. Es war in mehrfacher Hinsicht ein sehr beeindruckendes Erlebnis und so habe ich nicht nur bald regelmäßig an den von Stan bzw. seinen Mitarbeitern angebotenen Workshops teilgenommen, sondern auch mit großem Gewinn an seinen Ausbildungstrainings.

Seither habe ich die Methode des „holotropen Atmens“ durch vielfältige Erfahrungen erweitert und ergänzt, dabei spielen besonders eigene Therapien (und Ausbildung) mit verschiedenen anderen Atemtechniken und auch meine Erfahrungen als Kursleiter mit der Oberstufe des Autogenen Trainings seit nun mehr als 20 Jahren eine zentrale Rolle. Ich nenne diese spezielle Art der Atem-Arbeit (angelehnt an Tolkiens „Herr der Ringe“)

Reise nach Mittelerde“,

da diese Atem-Arbeit direkt in die innerste Wirklichkeit des Menschen führt. Sie ist eine großartige Gelegenheit zur intensiven Begegnung mit den Tiefenschichten der Persönlichkeit und bringt – bei regelmäßiger Anwendung – bald eine tiefe Freundschaft und unerschütterliches Vertrauen zu seinem Unbewussten und damit letztlich zu sich selbst. Alte Ängste der Gefahr und der Bedrohung durch die scheinbare Unberechenbarkeit des Unbewussten, dessen oft als unkalkulierbare Eigenwilligkeit wahrgenommene Unabhängigkeit, verstärkt durch ein diesbezüglich negativ gefärbtes Weltbild der abendländischen Kultur, lassen sich durch diese Atemarbeit allmählich auflösen und in deren Gegenteil verkehren: Tiefe Freundschaft und unerschütterliches Vertrauen sind eine viel gemachte Erfahrung bei häufiger Reiseteilnahme. Die „Reise nach Mittelerde“ führt ins Innerste der eigenen Macht und zu den Quellen der Lebensenergien: Hier ist Wohlsein, hier bin ich zu Hause!

Wie oben schon angedeutet, handelt es sich bei der hier angebotenen Form der Atemarbeit um eine besondere Kombination verschiedener Techniken. Die Grundlage des Workshops bildet der Intensiv-Atem (holotropes Atmen, Rebirthing, Hyperventilation) zusammen mit speziell ausgewählter Musik und Körperarbeit. Ein weiteres wichtiges Element ist die Erfahrung des subtilen Atems und der inneren Atemräume (die feinstoffliche Atemkraft wird in verschiedenen Kulturen unterschiedlich benannt; bei uns: Odem, Od, alt-griechisch: Pneuma, in Indien: Prana, in Japan: Ki, in China: Chi).

Über diese Kombination sich gegenseitig ergänzender Techniken ist es dem Einzelnen möglich, zu einer intensivierten Wahrnehmung seiner Innenwelt wie Außenwelt zu gelangen und mit ihr in eine lebendige Kommunikation einzutreten. Es kommt dabei zur Kontaktaufnahme mit unverarbeiteten traumatischen Erfahrungen, die durch die spezielle Form dieser Atemarbeit leichter integrierbar werden. Aber auch das Wahrnehmen und Erleben des gegenwärtigen Seins in seinen positiven Aspekten von Lebensfreude und Vitalität ist ein wichtiges Anliegen des Workshops. Damit wird eine deutlich bessere Verbindung zu den eigenen Ressourcen erreicht und deren Einsatz und Nutzung im Alltag verbessert. Zur Unterstützung der Verarbeitung und Integration der gemachten Erfahrungen werden das Zeichnen und Malen von Mandalas sowie Gespräche in der Gruppe und Erfahrungsaustausch angeboten.

Im großen 10-Tage-Workshop wird zusätzlich therapeutisches Malen und die Arbeit mit Tonerde angeboten. Wir kennen die heilende Wirkung des Umgangs mit Tieren und Pflanzen. Auch die Umarmung von Bäumen, die sowohl reinigende als auch stärkende Effekte auf körperlicher und seelischer Ebene haben kann, ist nicht unbekannt. Aber auch die Berührung mit Erde hat tiefe therapeutische Wirkung. So wird im Rahmen psychotherapeutischer Arbeit vor allem Menschen mit selbstunsicherer Persönlichkeit der Kontakt mit Erde, zum Beispiel durch Gartenarbeit, als zusätzliche therapeutische Maßnahme empfohlen. Der Kontakt mit Mutter Erde lässt ruhiger und gelassener werden, er verschafft sozusagen „sicheren Boden unter den Füßen“.

Der Einfluss der Arbeit mit Tonerde reicht bis in die tiefsten Schichten des persönlichen wie des kollektiven Unbewussten. Wir können sowohl stabilisierende wie auch öffnende Effekte beobachten. Die seelische Stabilisierung durch die Arbeit mit Tonerde lässt das Selbstvertrauen und den Mut des kleinen „Welt-Ich“ deutlich anwachsen, sich auch für transpersonale Räume und damit für sonst eher gefürchtete und deswegen üblicherweise gemiedene oder gar verschlossene Wahrnehmungs- und Erlebnisbereiche zu öffnen. Diesen Effekt verdanken wir vor allem der offensichtlichen Eigenschaft von Tonerde, unsere Wurzelkraft zu stärken. Die Basis, auf der die Persönlichkeit ruht, wird vertieft und erweitert.

Interessant an der psychotherapeutischen Arbeit mit Tonerde ist die - für manche sehr verblüffende - Tatsache, dass die Wirksamkeit dieses Mediums nahezu völlig unabhängig ist von der intellektuellen Interpretation und Deutung der erzeugten Gebilde. Die Wirkebene der Arbeit mit Tonerde ist, ähnlich der Atemarbeit, nicht auf die Kooperation mit dem Bewusstsein angewiesen; die Dynamik und Wirkung  kann (muss aber nicht) praktisch vollständig im Unbewussten verbleiben und – trotzdem oder vielleicht gerade deswegen – ihr heilendes Potential entfalten. Es ist ein nicht zweckgebundener schöpferischer Prozess, der aus sich heraus wirksam ist.

Die therapeutische Arbeit mit Tonerde ist nicht an kunsthandwerkliche Fertigkeiten gebunden. Sie geschieht vielmehr in einem nicht-ästhetisierenden Rahmen ohne allen künstlerischen Anspruch, so dass auch die Menschen mit großem persönlichen Gewinn dieses Medium benutzen können, die das erste Mal in ihrem Leben damit zu tun haben.

Bei Interesse an diesem Kurs lesen Sie bitte hier weiter.


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3. Der initiatische Atem

Bei der Beschreibung des initiatischen Atems muss klar zwischen „Form“ bzw. „Technik“ einerseits und „Funktion“ andererseits unterschieden werden. Die für den intiatischen Atem benutzten Atemtechniken sind in der Tat vielfältig und durchaus auch anderweitig wieder zu finden. Ja, sogar und gerade der „Alltagsatem“ kann und soll auch mit der Zeit die zentrale Rolle in der initiatischen Therapie einnehmen. Ein zentrales Werk von Karlfried Graf von Dürckheim, dem Begründer der initiatischen Therapie, heißt daher folgerichtig auch: „Der Alltag als Übung“, ein weiteres absolut lesenswertes Schlüsselwerk von Karlfried Graf von Dürckheim hat den Titel „Durchbruch zum Wesen“.

Die initiatische Therapie ist ein – wie ich meine – wohl gelungener Versuch der Verbindung zwischen der christlich-abendländischen Kultur und dem Zen-Buddhismus. Karlfried Graf von Dürckheim hat einige Jahre in Japan verbracht und dort auch intensiven Kontakt mit dem Zen geknüpft, was ihn sehr fasziniert hat. Er war begeistert von der spirituellen Tiefe dieser Religion und wollte nun eine Brücke schlagen zur spirituellen Seite der christlichen Religion. Herausgekommen ist die initiatische Therapie, die verschiedene Elemente beinhaltet. Im Vordergrund steht die Meditation und Kontemplation im Stile des Zen. Damit wird die Wichtigkeit der spirituellen Selbsterfahrung betont. Weitere Bestandteile sind das Gespräch, Gestalttherapie, Körperarbeit, Atemtherapie, geführtes Zeichnen, Arbeit am Tonfeld. Weitere Techniken können sinnvollerweise hinzugezogen werden wie z.B. auch meditative Kampfsporttechniken wie Aikido oder Kendo. Aber auch Marathonsitzungen, Seshins, Retreats usw., kurz: alles was aus dem Alltag herausführt und öffnet für das Unbedingte.

Hier spielt selbstverständlich auch der Atem eine ganz wichtige Rolle, da er für uns sowohl Wahrnehmungsinstrument als auch Veränderungswerkzeug darstellt, um mit den subtilen Ebenen unseres Seins in Kontakt zu kommen. Die beiden zentralen Atemtechniken sind der subtile Atem und das holotrope Atmen (siehe jeweils dort).


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4. Der subtile Atem

Das wesentliche Element des subtilen Atems ist das Spüren der Atemräume und des Fließens der Atemenergie. Der Vorgang des biologischen Atems, das Versorgen des Körpers mit Sauerstoff, ist dabei eine wichtige Grundlage zum Erspüren des subtilen Atems, ebenso für die Übung der Achtsamkeit, für das Öffnen der Wahrnehmung der feinstofflichen Vorgänge, des Fließens der Atemenergie. Der Fluss der Atemenergie ist zwar mit dem Geschehen des biologischen Atems assoziiert, jedoch keineswegs identisch. So ist zum Beispiel die Intensität und die Gerichtetheit der Atemenergie im Ausatmen deutlich erhöht gegenüber dem Einatmen. In jeglicher Budo-Kampfsportart werden daher alle Aktionen, mit denen man besondere Wirkung erzielen will, in die eigene Ausatemphase gelegt und – wenn möglich – gleichzeitig in eine Einatemphase des Gegners, da dieser im Einatmen energetisch deutlich schwächer ist. Wie oben schon beschrieben gibt es für die Atemkraft, bzw. die Atemenergie in den verschiedenen Kulturen, die hierfür eine Sensibilität entwickelt haben, auch besondere Bezeichnungen, die den Unterschied zum biologischen Atem verdeutlichen: Odem oder Od in der deutschen Sprache; Pneuma, Prana, Ki, Chi in anderen Sprachen. Dies sprachliche Abgrenzung verdeutlicht die Wichtigkeit der vorgenommenen Differenzierung zwischen dem biologischen Atem und dem feinstofflichen Atem. Der subtile Atem spielt in der initiatischen Therapie nach Karlfried Graf von Dürckheim eine zentrale Rolle.

Das Spüren der Atemräume und die Wahrnehmung des Fließens der Atemenergie können auf die verschiedenste Art und Weise geübt werden. In den über 15 Jahren Aikido-Erfahrungen lernte ich eine Menge spezieller Ki-Übungen kennen, die dazu dienen, die Atemkraft ins Fließen zu bringen und sie dann wirkungsvoll im Training einzusetzen. Bei einigen Trainern waren die Ki-Trainings eher Nebensache, bei anderen nahmen diese Ki-Übungen zu Beginn des Trainings einen zentralen Raum ein und in der Tat waren solche Trainings sowohl kontemplativer und damit (mental) wesentlich ruhiger als auch gleichzeitig kraftvoller und intensiver. Diese Erfahrungen dienen mir heute noch in meiner Praxis als Psychotherapeut und als Coach beim Aufbau und Regulieren von subtilen Energiezuständen.

In meiner mehrjährigen Ausbildung als Atemtherapeut habe ich aktive und passive Wege zur Erfahrung des subtilen Atems kennen gelernt. Die aktive Seite findet im Stehen, im Liegen, vorwiegend jedoch im Sitzen statt, während die passive Art der Erfahrung praktisch ausschließlich in liegender Position durchgeführt wird. Die aktive Atemarbeit findet unter Anleitung des Therapeuten und später natürlich auch alleine statt und ist ein Hinspüren in die verschiedenen Körperregionen, vorwiegend des Brust-, Bauch- und Beckenraumes und deren Reaktion auf den Einatem und den Ausatem. Die passive Atemarbeit verlangt viel Einfühlungsvermögen vom Therapeuten, der mit seinen Händen den Energiekörper des Patienten erspürt und über Berührungen und leichte Bewegungen des physischen Körpers des Patienten diesen einmal auf die verschiedenen energetischen Zustände aufmerksam macht und gleichzeitig Korrekturen im Sinne von Kräftigung, Ausgleich und Harmonisierung im energetischen Bereich vornimmt. Hierbei kommt es nicht selten zu Erfahrungen der Tiefenentspannung und Kontakt mit den Tiefenschichten des Unbewussten. Traumatische wie beseligende Erfahrungen aus der Vergangenheit bis in die frühe Kindheit können dadurch zugänglich und für eine therapeutische Arbeit fruchtbar gemacht werden.


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5. Der imaginative Atem

Die Technik des imaginativen Atems habe ich bei Charles Gruber, der mit zu den wichtigsten Begegnungen für meine persönliche Entwicklung gehört, kennen gelernt. Der imaginative Atem ist eine Atemtechnik, bei der allein mit der Vorstellung, mit der Imagination (Imago = das innere Bild) gearbeitet wird. Der biologische Atem wird dabei nicht bewusst verändert. Der körperliche Atem fließt also von ganz alleine, so wie er es von den körperlichen Bedürfnissen her braucht. In der Vorstellung gebe ich mir jedoch verschiedene Bilder. Es gibt hier z.B. die IS-Runen-Atmung oder die Atem-Acht und andere Atemformen. Bei der IS-Runen-Atmung stelle ich mir vor, dass mein Atem von der Mitte meines Körpers (Hara-Punkt) über die Beine bis zur Mitte von „Mutter Erde“ fließt und wieder zurück und darüber hinaus über den Kopf bis zu „Vater Geist“. Ich baue damit über meine Vorstellung eine Atem- und Energie-Säule von ganz unten bis ganz oben, entsprechend der Maxime von Hermes Trismegistos zur Vereinigung der Gegensätze „Wie oben, so unten!“. Oder ein anderes Bild: In der Gnosis wie in der Alchemie wird die Vereinigung der Gegensätze auch als „Hyrosgamus“, als „Heilige Hochzeit“ bezeichnet. Über die IS-Runen-Atmung vereinige ich Geist und Materie, die durch diese Übung dann in mir die Heilige Hochzeit feiern!

Die Atem-Acht ist dagegen mehr auf mich als Individuum bezogen und hat unter anderen auch Schutzfunktion. Hier stelle ich mir vor, wie die Atem-Energie um mich herum in Form einer 8 fließt. Mit dieser Atem-Technik gebe ich mir selbst Wertschätzung, also „Acht-“ung, analog dem Satz: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“ Damit ist deutlich ausgedrückt, dass ich nicht nur den Mitmenschen sondern auch mir selbst Liebe (und Achtung) zukommen lassen soll. Buddha hat das gleiche damit ausgedrückt, dass er das Mitgefühl mit allen Lebewesen als das wichtigste und das höchste aller Gefühle bezeichnet und ausdrücklich betont hat, dass dies unter Einschluss von sich selbst zu geschehen hat. Mitgefühl, das mich selbst ausschließt, ist unvollkommen!

Diese und andere Übungen des imaginativen Atems haben das Ziel der Steigerung der Achtsamkeit, der Entwicklung von Bewusstheit für feinstoffliche Energien und der vertieften Strukturierung der Wahrnehmung. Diese Atem-Übungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Kurse „Schulung der Persönlichkeit – AMARUNA-Praxis“ (mehr dazu siehe dort).


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© Volker Dürr 2002-2011