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Volker Dürr, München - Schwabing:
Diplom-Psychologe, Heilpraktiker, Coach, Atemtherapeut
Atemtherapie oder: "Die Reise nach Mittelerde"
Themenübersicht:
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Allgemeine Einführung
-
Intensiv-Atem (holotropes Atmen, Rebirthing, der verbundene Atem,
Reise nach Mittelerde)
-
Initiatischer Atem (nach Karlfried Graf von Dürckheim)
- Subtiler Atem (verschiedene Ursprünge u.a.: Ilse Middendorf)
- Imaginativer Atem (nach Charles Gruber)
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Der Atem gilt schon seit
Urzeiten als etwas ganz Besonderes, ist er doch einer der ganz wenigen
körperlichen Vorgänge, die sowohl vom Unbewussten als auch vom Bewusstsein
her gesteuert werden. Er gilt daher schon immer als „Brücke zwischen den
Welten“, zwischen dem Innen und dem Außen, zwischen dem Bewusstsein und dem
Unbewussten.
Üblicherweise geschieht der
Atem von ganz alleine; wir brauchen absolut nichts dazutun: „Es“, der
„innere Meister“, oder auch das biologische Atemzentrum weiß, was der gute
und richtige Atem ist! Der Atem läuft auch dann völlig selbstverständlich
weiter, wenn wir uns keinerlei Gedanken dazu machen; wir können mit unserer
Aufmerksamkeit wo ganz anders sein. Ja, auch, wenn wir schlafen und sogar
wenn wir ohnmächtig sind: Der Atem läuft von alleine weiter!
Andererseits kann der Mensch
mit seinem bewussten Willen jederzeit in das Atemgeschehen eingreifen. Er
kann absichtlich tiefer und schneller atmen (willkürliche Hyperventilation).
Er kann auch bewusst den Atem anhalten (z.B. bei Tauchvorgängen). Diese
bewusste Einflussnahme auf den Atem ist allerdings nur in begrenztem Umfang
möglich. Hält der Mensch die Luft zu lange an, entsteht ein dermaßen
gewaltiger Sauerstoffhunger, dass „es“ ganz von selbst wieder zu atmen
beginnt. Selbst dann, wenn der Mensch taucht und ganz genau weiß, dass er
unter Wasser ist und damit das Atmen jetzt völlig unmöglich ist: „Es“ (der
Körper, sein biologischer Überlebenstrieb) beginnt – auch gegen den
erklärten Willen – mit aller Gewalt wieder zu atmen, mit der Konsequenz,
dass er dann mächtig Wasser schluckt.
Diese „Doppelbindung“ des
Atems sowohl an das Unbewusste als auch an das Bewusstsein ist – wie oben
schon erwähnt – auch unseren Altvorderen, den Urahnen schon aufgefallen. In
allen Überlieferungen im Westen wie im Osten, soweit sie zurückreichen und zu
diesem Thema etwas sagen, können wir daher Hinweise auf die Bedeutung des
Atems nicht nur für das körperliche Wohlbefinden, sondern auch für
seelisch-geistige Entwicklung finden. Dabei stoßen wir auf eine ganz
erstaunliche Vielfalt an unterschiedlichsten Atemübungen, die oft genug als
Instrument beschrieben werden zur Erlangung besonderer Energien und
Fähigkeiten. Manche Atemübungen wurden streng geheim gehalten, da ihre Kraft
und Intensität zu groß für den ungeschulten und unvorbereiteten Menschen
wäre und ihn hochgradig gefährden würden.
Ein kleines Beispiel für die
ungeheure Macht des veränderten Atems ist die spontane und ungewollte
Hyperventilation. Diese tritt vorwiegend in besonderen Stress- und
Spannungssituationen auf und kann bei den Betroffenen massive Panik
auslösen. Letztendlich ist jedoch eine spontane, sprich unwillkürliche
Hyperventilation nur dann gefährlich, wenn sie in einer kritischen Situation
auftaucht wie z.B. beim Führen eines Kraftfahrzeugs; ansonsten klingt eine
(von allein entstandene) Hyperventilation auch wieder von alleine ab.
Ich will im folgenden eine kleine Auswahl von
Atemtechniken beschreiben, die vorwiegend im Westen entwickelt wurden. Wir
finden jedoch auch im Osten – vor allem in den verschiedenen Yogaschulen –
eine Vielfalt von Atemformen, Atemtechniken und Atemmeditationen, so dass
wir hier ein geradezu unerschöpfliches Thema haben. Wer sich hier vertieft
kundig machen möchte, sei auf die einschlägige Literatur verwiesen. Zur
Eingrenzung des Themas werde ich hier weniger auf die Yoga-Praktiken und
auch nicht auf medizinische Aspekte des Atmens eingehen, sondern den
Schwerpunkt auf die folgenden Themen legen:
- Die Reise nach Mittelerde oder
Der Intensiv-Atem (z.B.
holotropes
Atmen nach Stanislav Grof)
- Der subtile Atem (u.a. nach Ilse Middendorf)
- Der initiatische Atem (nach Prof. Karlfried Graf von Dürckheim)
- Der imaginative Atem (nach Charles Gruber)
2. Die "Reise nach Mittelerde" oder der Intensiv-Atem
Wesentliche Elemente der
„Reise nach Mittelerde“ sind der intensivierte Atem (tiefer und schneller
Atmen, eine Art willentlicher und bewusster Hyperventilation), sorgfältige
ausgewählte intensive Musik, spezielle Körperarbeit, Malen, Arbeit mit
Tonerde, Gespräche und Erfahrungsaustausch; auf Wunsch auch langfristige
Entwicklungsbegleitung in Einzelarbeit.
Hyperventilation als
Atemtechnik zur willentlichen und direkten Herbeiführung von veränderten
Bewusstseinszuständen ist mir erstmals 1987 begegnet, vertreten durch Herrn
Dr. Stanislav Grof. Stan gab damals einen Vortrag in München und führte
anschließend ein Seminar zum Thema „holotropes Atmen“ durch, mit der
Möglichkeit, an einem Atem-Workshop teilzunehmen. Da ich schon immer
neugierig und manchmal auch mutig war, habe ich gleich alles drei gebucht. Es war in mehrfacher
Hinsicht ein sehr beeindruckendes Erlebnis und so habe ich nicht nur bald
regelmäßig an den von Stan bzw. seinen Mitarbeitern angebotenen Workshops
teilgenommen, sondern auch mit großem Gewinn an seinen Ausbildungstrainings.
Seither habe ich die Methode
des „holotropen Atmens“ durch vielfältige Erfahrungen erweitert und ergänzt,
dabei spielen besonders eigene Therapien (und Ausbildung) mit verschiedenen
anderen Atemtechniken und auch meine Erfahrungen als Kursleiter mit der
Oberstufe des Autogenen Trainings seit nun mehr als 20 Jahren eine zentrale
Rolle. Ich nenne diese spezielle Art der Atem-Arbeit (angelehnt an Tolkiens
„Herr der Ringe“)
„Reise nach
Mittelerde“,
da diese Atem-Arbeit direkt in die innerste
Wirklichkeit des Menschen führt. Sie ist eine großartige Gelegenheit zur
intensiven Begegnung mit den Tiefenschichten der Persönlichkeit und bringt –
bei regelmäßiger Anwendung – bald eine tiefe Freundschaft und
unerschütterliches Vertrauen zu seinem Unbewussten und damit letztlich zu
sich selbst. Alte Ängste der Gefahr und der Bedrohung durch die scheinbare
Unberechenbarkeit des Unbewussten, dessen oft als unkalkulierbare
Eigenwilligkeit wahrgenommene Unabhängigkeit, verstärkt durch ein
diesbezüglich negativ gefärbtes Weltbild der abendländischen Kultur, lassen
sich durch diese Atemarbeit allmählich auflösen und in deren Gegenteil
verkehren: Tiefe Freundschaft und unerschütterliches Vertrauen sind eine viel gemachte Erfahrung
bei häufiger Reiseteilnahme. Die „Reise nach Mittelerde“ führt ins Innerste der
eigenen Macht und zu den Quellen der Lebensenergien: Hier ist Wohlsein, hier
bin ich zu Hause!
Wie oben schon angedeutet,
handelt es sich bei der hier angebotenen Form der Atemarbeit um eine
besondere Kombination verschiedener Techniken. Die Grundlage des Workshops
bildet der Intensiv-Atem (holotropes Atmen, Rebirthing, Hyperventilation) zusammen mit speziell ausgewählter Musik und Körperarbeit.
Ein weiteres wichtiges Element ist die Erfahrung des subtilen Atems und der
inneren Atemräume (die feinstoffliche Atemkraft wird in verschiedenen
Kulturen unterschiedlich benannt; bei uns: Odem, Od, alt-griechisch: Pneuma,
in Indien: Prana, in Japan: Ki, in China: Chi).
Über diese Kombination sich
gegenseitig ergänzender Techniken ist es dem Einzelnen möglich, zu einer
intensivierten Wahrnehmung seiner Innenwelt wie Außenwelt zu gelangen und
mit ihr in eine lebendige Kommunikation einzutreten. Es kommt dabei zur
Kontaktaufnahme mit unverarbeiteten traumatischen Erfahrungen, die durch die
spezielle Form dieser Atemarbeit leichter integrierbar werden. Aber auch das
Wahrnehmen und Erleben des gegenwärtigen Seins in seinen positiven Aspekten
von Lebensfreude und Vitalität ist ein wichtiges Anliegen des
Workshops.
Damit wird eine deutlich bessere Verbindung zu den eigenen Ressourcen
erreicht und deren Einsatz und Nutzung im Alltag verbessert. Zur
Unterstützung der Verarbeitung und Integration der gemachten Erfahrungen
werden das Zeichnen und Malen von Mandalas sowie Gespräche in der
Gruppe und Erfahrungsaustausch angeboten.
Im großen
10-Tage-Workshop wird zusätzlich
therapeutisches Malen und die Arbeit mit Tonerde
angeboten. Wir kennen die heilende Wirkung des Umgangs mit Tieren und
Pflanzen. Auch die Umarmung von Bäumen, die sowohl reinigende als auch
stärkende Effekte auf körperlicher und seelischer Ebene haben kann, ist
nicht unbekannt. Aber auch die Berührung mit Erde hat tiefe therapeutische
Wirkung. So wird im Rahmen psychotherapeutischer Arbeit vor allem Menschen
mit selbstunsicherer Persönlichkeit der Kontakt mit Erde, zum Beispiel durch
Gartenarbeit, als zusätzliche therapeutische Maßnahme empfohlen. Der Kontakt mit Mutter
Erde lässt ruhiger und gelassener werden, er verschafft sozusagen „sicheren
Boden unter den Füßen“.
Der Einfluss der Arbeit mit
Tonerde reicht bis in die tiefsten Schichten des persönlichen wie des
kollektiven Unbewussten. Wir können sowohl stabilisierende wie auch öffnende
Effekte beobachten. Die seelische Stabilisierung durch die Arbeit mit
Tonerde lässt das Selbstvertrauen und den Mut des kleinen „Welt-Ich“
deutlich anwachsen, sich auch für transpersonale Räume und damit für sonst
eher gefürchtete und deswegen üblicherweise gemiedene oder gar
verschlossene Wahrnehmungs- und Erlebnisbereiche zu öffnen. Diesen Effekt
verdanken wir vor allem der offensichtlichen Eigenschaft von Tonerde, unsere
Wurzelkraft zu stärken. Die Basis, auf der die Persönlichkeit ruht, wird
vertieft und erweitert.
Interessant an der psychotherapeutischen Arbeit mit Tonerde ist die - für
manche sehr verblüffende - Tatsache, dass die Wirksamkeit dieses Mediums
nahezu völlig unabhängig ist von der intellektuellen Interpretation und
Deutung der erzeugten Gebilde. Die Wirkebene der Arbeit mit Tonerde ist,
ähnlich der Atemarbeit, nicht auf die Kooperation mit dem Bewusstsein
angewiesen; die Dynamik und Wirkung kann (muss aber nicht) praktisch
vollständig im Unbewussten verbleiben und – trotzdem oder vielleicht gerade
deswegen – ihr heilendes Potential entfalten. Es ist ein nicht
zweckgebundener schöpferischer Prozess, der aus sich heraus wirksam ist.
Die therapeutische Arbeit
mit Tonerde ist nicht an kunsthandwerkliche Fertigkeiten gebunden. Sie
geschieht vielmehr in einem nicht-ästhetisierenden Rahmen ohne allen
künstlerischen Anspruch, so dass auch die Menschen mit großem persönlichen
Gewinn dieses Medium benutzen können, die das erste Mal in ihrem Leben damit
zu tun haben.
Bei Interesse an diesem Kurs lesen Sie bitte
hier weiter.
Bei der Beschreibung des
initiatischen Atems muss klar zwischen „Form“ bzw. „Technik“ einerseits und
„Funktion“ andererseits unterschieden werden. Die für den intiatischen Atem
benutzten Atemtechniken sind in der Tat vielfältig und durchaus auch
anderweitig wieder zu finden. Ja, sogar und gerade der „Alltagsatem“ kann und
soll auch mit der Zeit die zentrale Rolle in der initiatischen Therapie
einnehmen. Ein zentrales Werk von Karlfried Graf von Dürckheim, dem
Begründer der initiatischen Therapie, heißt daher folgerichtig auch: „Der
Alltag als Übung“, ein weiteres absolut lesenswertes Schlüsselwerk von
Karlfried Graf von Dürckheim hat den Titel „Durchbruch zum Wesen“.
Die initiatische Therapie
ist ein – wie ich meine – wohl gelungener Versuch der Verbindung zwischen
der christlich-abendländischen Kultur und dem Zen-Buddhismus. Karlfried Graf
von Dürckheim hat einige Jahre in Japan verbracht und dort auch intensiven
Kontakt mit dem Zen geknüpft, was ihn sehr fasziniert hat. Er war begeistert
von der spirituellen Tiefe dieser Religion und wollte nun eine Brücke
schlagen zur spirituellen Seite der christlichen Religion. Herausgekommen
ist die initiatische Therapie, die verschiedene Elemente beinhaltet. Im
Vordergrund steht die Meditation und Kontemplation im Stile des Zen. Damit
wird die Wichtigkeit der spirituellen Selbsterfahrung betont. Weitere
Bestandteile sind das Gespräch, Gestalttherapie, Körperarbeit, Atemtherapie,
geführtes Zeichnen, Arbeit am Tonfeld. Weitere Techniken können
sinnvollerweise hinzugezogen werden wie z.B. auch meditative
Kampfsporttechniken wie Aikido oder Kendo. Aber auch Marathonsitzungen,
Seshins, Retreats usw., kurz: alles was aus dem Alltag herausführt und öffnet
für das Unbedingte.
Hier spielt
selbstverständlich auch der Atem eine ganz wichtige Rolle, da er für uns
sowohl Wahrnehmungsinstrument als auch Veränderungswerkzeug darstellt, um
mit den subtilen Ebenen unseres Seins in Kontakt zu kommen. Die beiden
zentralen Atemtechniken sind der subtile Atem und das holotrope Atmen (siehe
jeweils dort).
Das wesentliche Element des
subtilen Atems ist das Spüren der Atemräume und des Fließens der
Atemenergie. Der Vorgang des biologischen Atems, das Versorgen des Körpers
mit Sauerstoff, ist dabei eine wichtige Grundlage zum Erspüren des subtilen
Atems, ebenso für die Übung der Achtsamkeit, für das Öffnen der Wahrnehmung
der feinstofflichen Vorgänge, des Fließens der Atemenergie. Der Fluss der
Atemenergie ist zwar mit dem Geschehen des biologischen Atems assoziiert,
jedoch keineswegs identisch. So ist zum Beispiel die Intensität und die
Gerichtetheit der Atemenergie im Ausatmen deutlich erhöht gegenüber dem
Einatmen. In jeglicher Budo-Kampfsportart werden daher alle Aktionen, mit
denen man besondere Wirkung erzielen will, in die eigene Ausatemphase gelegt
und – wenn möglich – gleichzeitig in eine Einatemphase des Gegners, da dieser im
Einatmen energetisch deutlich schwächer ist. Wie oben schon beschrieben gibt
es für die Atemkraft, bzw. die Atemenergie in den verschiedenen Kulturen,
die hierfür eine Sensibilität entwickelt haben, auch besondere
Bezeichnungen, die den Unterschied zum biologischen Atem verdeutlichen: Odem
oder Od in der deutschen Sprache; Pneuma, Prana, Ki, Chi in anderen
Sprachen. Dies sprachliche Abgrenzung verdeutlicht die Wichtigkeit der
vorgenommenen Differenzierung zwischen dem biologischen Atem und dem
feinstofflichen Atem. Der subtile Atem spielt in der initiatischen Therapie
nach Karlfried Graf von Dürckheim eine zentrale Rolle.
Das Spüren der Atemräume und
die Wahrnehmung des Fließens der Atemenergie können auf die verschiedenste
Art und Weise geübt werden. In den über 15 Jahren Aikido-Erfahrungen lernte
ich eine Menge spezieller Ki-Übungen kennen, die dazu dienen, die Atemkraft
ins Fließen zu bringen und sie dann wirkungsvoll im Training einzusetzen.
Bei einigen Trainern waren die Ki-Trainings eher Nebensache, bei anderen
nahmen diese Ki-Übungen zu Beginn des Trainings einen zentralen Raum ein und
in der Tat waren solche Trainings sowohl kontemplativer und damit (mental)
wesentlich ruhiger als auch gleichzeitig kraftvoller und intensiver. Diese
Erfahrungen dienen mir heute noch in meiner Praxis als Psychotherapeut und
als Coach beim Aufbau und Regulieren von subtilen Energiezuständen.
In meiner
mehrjährigen Ausbildung als Atemtherapeut habe ich aktive und passive Wege
zur Erfahrung des subtilen Atems kennen gelernt. Die aktive Seite findet im
Stehen, im Liegen, vorwiegend jedoch im Sitzen statt, während die passive
Art der Erfahrung praktisch ausschließlich in liegender Position
durchgeführt wird. Die aktive Atemarbeit findet unter Anleitung des
Therapeuten und später natürlich auch alleine statt und ist ein Hinspüren in
die verschiedenen Körperregionen, vorwiegend des Brust-, Bauch- und
Beckenraumes und deren Reaktion auf den Einatem und den Ausatem. Die passive
Atemarbeit verlangt viel Einfühlungsvermögen vom Therapeuten, der mit seinen
Händen den Energiekörper des Patienten erspürt und über Berührungen und
leichte Bewegungen des physischen Körpers des Patienten diesen einmal auf
die verschiedenen energetischen Zustände aufmerksam macht und gleichzeitig
Korrekturen im Sinne von Kräftigung, Ausgleich und Harmonisierung im
energetischen Bereich vornimmt. Hierbei kommt es nicht selten zu Erfahrungen
der Tiefenentspannung und Kontakt mit den Tiefenschichten des Unbewussten.
Traumatische wie beseligende Erfahrungen aus der Vergangenheit bis in die
frühe Kindheit können dadurch zugänglich und für eine therapeutische Arbeit
fruchtbar gemacht werden.
Die Technik des imaginativen
Atems habe ich bei Charles Gruber, der mit zu den wichtigsten Begegnungen für
meine persönliche Entwicklung gehört, kennen gelernt. Der imaginative Atem ist eine
Atemtechnik, bei der allein mit der Vorstellung, mit der Imagination (Imago
= das innere Bild) gearbeitet wird und der biologische Atem nicht bewusst verändert
wird. Der körperliche Atem fließt also von ganz alleine, so wie er es von
den körperlichen Bedürfnissen her braucht. In der Vorstellung gebe ich mir
jedoch verschiedene Bilder. Es gibt hier z.B. die IS-Runen-Atmung oder die
Atem-Acht und andere Atemformen. Bei der IS-Runen-Atmung stelle ich mir vor,
dass mein Atem von der Mitte meines Körpers (Hara-Punkt) über die Beine bis
zur Mitte von „Mutter Erde“ fließt und wieder zurück und darüber hinaus über
den Kopf bis zu „Vater Geist“. Ich baue damit über meine Vorstellung eine
Atem- und Energie-Säule von ganz unten bis ganz oben, entsprechend der
Maxime von Hermes Trismegistos zur Vereinigung der Gegensätze „Wie oben, so
unten!“. Oder ein anderes Bild: In der Gnosis wie in der Alchemie wird die
Vereinigung der Gegensätze auch als „Hyrosgamus“, als „Heilige Hochzeit“
bezeichnet. Über die IS-Runen-Atmung vereinige ich Geist und Materie, die
durch diese Übung dann in mir die Heilige Hochzeit feiern!
Die Atem-Acht ist dagegen
mehr auf mich als Individuum bezogen und hat unter anderen auch
Schutzfunktion. Hier stelle ich mir vor, wie die Atem-Energie um mich herum
in Form einer 8 fließt. Mit dieser Atem-Technik gebe ich mir selbst
Wertschätzung, also „Acht-“ung, analog dem Satz: „Liebe Deinen Nächsten wie
Dich selbst!“ Damit ist deutlich ausgedrückt, dass ich nicht nur den
Mitmenschen sondern auch mir selbst Liebe (und Achtung) zukommen lassen soll. Buddha hat
das gleiche damit ausgedrückt, dass er das Mitgefühl mit allen Lebewesen als
das wichtigste und das höchste aller Gefühle bezeichnet und ausdrücklich
betont hat, dass dies unter Einschluss von sich selbst zu geschehen hat.
Mitgefühl, das mich selbst ausschließt, ist unvollkommen!
Diese und andere Übungen des imaginativen Atems haben das Ziel der Steigerung der Achtsamkeit, der
Entwicklung von Bewusstheit für feinstoffliche Energien und der vertieften
Strukturierung der Wahrnehmung. Diese Atem-Übungen sind ein wesentlicher
Bestandteil der Kurse „Schulung der Persönlichkeit – AMARUNA-Praxis“ (mehr
dazu siehe dort).
© Volker Dürr 2002-2009
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