Das Problem der
Psychotherapeuten:
Trifft ein
Psychotherapeut einen Kollegen, sagt er: „Also ich sehe, Dir geht es gut!
Aber sag mir bitte, wie geht’s mir?“
Oder die große Frage um den
kleinen Unterschied:
Was ist der Unterschied
zwischen einem Neurotiker, einem Psychotiker und einem Psychiater? Nun ganz
einfach: Der Neurotiker baut Luftschlösser, der Psychotiker wohnt darin und
der Psychiater kassiert die Miete!
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Nun aber wieder ganz ernst:
Eine allgemeine Definition
des Begriffes „Psychotherapie könnte“ lauten: „Psychotherapie“ umfasst alle
Maßnahmen, die geeignet sind, psychische Probleme erfolgreich zu behandeln.
Damit kann im Sinne der obigen Witze auch das
„Lachen“ eine sehr erfolgreiche
therapeutische Maßnahme darstellen! Für den Methodeninteressierten: Lachen
mit kraftvoller Zwerchfellbewegung ist eine (sehr erfolgreiche)
„bioenergetische“ Technik! Daß „Lachen“ als Psychotherapie bezeichnet wird,
mag manche erstaunen. Andere haben Humor vielleicht schon als wohltuende
Möglichkeit für den Umgang mit Problemen an sich selbst erfahren. Dabei ist
natürlich klar, dass Lachen alleine noch nicht unbedingt für besonders viele
Probleme schon eine Lösung darstellt. Hierfür gibt es eine geradezu
unüberschaubare Vielfalt an Techniken, die alle ihre Berechtigung haben. Um
dies zu verdeutlichen hier ein kurzer Überblick:
Wir können psychische Probleme auch von der
körperlichen Seite angehen und deren Bearbeitung und Lösung durch
körperliche Techniken unterstützen, z.B. die oben schon erwähnte
Bioenergetik. Aber auch Gymnastik, Sport und Bewegung allgemein können
hilfreich sein, ebenso eine einfühlsame Unterstützung des
psychotherapeutischen Prozesses durch Homöopathie oder andere therapeutische
Substanzen. Hierbei will ich auch Psychopharmaka ausdrücklich mit
einbeziehen, wenn ich auch der Meinung bin, dass diese viel zu oft und viel
zu lange eingesetzt werden.
Im Rahmen der ganz offiziellen so genannten
„anerkannten Verfahren“ der Psychotherapie finden wir Verhaltenstherapie,
Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Verfahren. Diese werden auch
von den gesetzlichen Kassen unterstützt. Dies bedeutet natürlich nicht, dass
andere Verfahren weniger wirksam seien wie z.B. die Gesprächspsychotherapie
oder die Gestalttherapie, um nur zwei Verfahren zu nennen, die gegenwärtig
um die offizielle Anerkennung ringen.
Eine therapeutische Arbeit
kann auch über die Psyche hinausgehen und die Bearbeitung der Umgebung wie
Familien- Berufs- und sonstigen gesellschaftlichen und Umwelt-Variablen
beinhalten. Dann sprechen wir von einem systemischen Ansatz. Nicht zuletzt
kann ein therapeutischer Prozess bis in die geistige Ebene hinein reichen und
auch tiefreligiöse Fragen berühren. Hier finden wir z.B. auch die
Logotherapie nach Viktor Frankl, aber auch Atemtherapie, Meditation,
Kontemplation als Grundlagen der ureigenen Erfahrung des religiösen Raumes.
2. Der gewöhnliche Ablauf
einer Psychotherapie
Durchschnittlich
wandert ein Patient mit psychischen Problemen ca. 7 Jahre durch medizinische
Praxen bis er beim Psychotherapeuten landet (eine geradezu unglaubliche
Statistik). Beim Psychotherapeuten wird immer ein Erstgespräch geführt, um
zu sehen, ob die beiden überhaupt zusammen arbeiten können. Hat der Klient
oder der Therapeut ein Sympathieproblem, ist die Aufnahme einer
psychotherapeutischen Arbeit wenig sinnvoll, da das gegenseitige Vertrauen
die wesentliche Grundlage eines vertieften Prozesses darstellt. Die
gesetzlichen (und meist auch die privaten) Krankenkassen räumen für diesen
Prozess des Kennenlernens ein Stundenkontingent von 5 Sitzungen ein. Dann wird ein
Antrag an die Kasse auf Kostenübernahme gestellt. Dieser Antrag wird in
aller Regel auch genehmigt (aus meiner Praxis kenne ich keine Ausnahmen).
Anschließend steht ein Kontingent von einer bestimmte Sitzungszahl zur
Verfügung, das je nach therapeutischen Verfahren variiert und das
selbstverständlich sowohl verlängert werden kann als auch – bei
entsprechendem Erfolg – nicht voll ausgeschöpft werden muss.
In meiner seit 1978 bestehenden
therapeutischen Praxis habe ich den Schwerpunkt meiner Aufmerksamkeit mehr
und mehr von der krankheits- und problemorientierten Behandlung - dem
üblichen Krankheitsmodell - hin zu einer immer mehr ganzheitlich
orientierten Sicht- und Arbeitsweise entwickelt, mit einem Menschenbild, das
jeden Menschen erst einmal in seinem Kern als gesund und vital betrachtet.
Dies erlaubt mir einen völlig anderen Ansatz bei der therapeutischen Arbeit,
als wenn ich „Krankheit“ in den Mittelpunkt meiner Achtsamkeit nehme. Ein
großer Vorteil dieses Ansatzes liegt zum Beispiel darin, dass Widerstände im
therapeutischen Prozess nahe liegender Weise sehr viel seltener zu beobachten
sind, als wenn der Klient nur als kranker Patient behandelt wird. Die
Aufmerksamkeit in Richtung Gesundheit und Stärken des Klienten lässt genau
diese positiven Anteile wachsen; diese positiven Anteile (Ressourcen)
bieten wiederum eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Bearbeitung der
Probleme und Schwierigkeiten.
Für die therapeutische Arbeit beziehe ich
über die reine, von den Kassen zugelassene Psychotherapie (Arbeit an der Psyche) hinaus auch den Körper
(therapeutisches Medium: Bioenergetik) und den Geist (therapeutisches
Medium: fein- und grobstofflicher Atem, Kontemplation, Meditation) mit ein,
sowie – für mich geradezu ein Muss – die Beachtung von Familien-, Berufs,- und
sonstigen gesellschaftlichen und Umwelt-Variablen (systemischer Ansatz). Die
Kosten für solche weiterführenden Techniken werden allerdings nicht durch
die Kassen übernommen.
Als
besonders wichtig und gewinnbringend für den persönlichen Entwicklungs- und
Wachstumsprozess hat sich die Offenheit für transpersonale Aspekte des
menschlichen Seins erwiesen. Die transpersonale Dimension umfasst auch
Moral, Ethik, Mystik und Religion. Nach meinem Bild vom Menschen trägt jedes
Individuum in sich das vollständige Wissen um Gesundheit, innere Ganzheit
und die Weisheit für die Gestaltung seines (nur für ihn gültigen)
Lebensweges. Einzelstunden, Seminare und Workshops verstehe ich daher vor
allem als Anregung und Ermutigung zur Kontaktaufnahme mit der eigenen
inneren Weisheit, als Begleitung und Unterstützung auf dem Weg der
Selbstfindung und SelbstHeilung.
Lachen, besonders intensives
Lachen, bei dem sich auch das Zwerchfell heftig bewegen darf, könnte man im
Rahmen der Zuordnung zu einer psychotherapeutischen Technik als
„bioenergetische Maßnahme“ bezeichnen. Daher habe ich auch mit Witzen
begonnen. Witze können sehr hilfreich bei der Lockerung von
Zwerchfellverspannungen sein. Zwerchfellverspannungen wiederum können einen
klaren körperlichen Druck auf das Herz ausüben, so dass manche Lebensängste
über die Lockerung und Entspannung des Zwerchfells eine dramatische
Besserung erfahren. Lachen – und vor allem Lachen über sich selbst – hat
eine ungemein erleichternde Wirkung: Ein Problem, ein Schmerz wird aus
seiner Übermacht herausgeholt und büßt dadurch auch an negativem
Wirkpotential ein. Der Mensch, der über sich selbst und seine Probleme
lachen kann, zeigt sich (und anderen): „Ich bin meinem Leid (Schicksal,
Problem) nicht vollständig ausgeliefert!“ Lachen lässt das Problem kleiner
und die Ich-Stärke größer werden. Dies ist oft schon der viel versprechende
Anfang einer erfolgreichen Problembewältigung. Es ist kein „weglachen“ des
Problems; es ist ein hochwirksame Verschiebung der energetischen
Verhältnisse.
Je nach Inhalt des Witzes
lassen sich wiederum unterschiedliche Ebenen der Persönlichkeit ansprechen:
Mit einem erotischen Witz erreichen wir eine völlig andere Ebene als zum
Beispiel mit dem sicher ebenso notwendigen spirituellen Humor.
Als Beispiel ein erotischer
Witz, den ich mit etwa 13 Jahren gehört habe. Ich habe den Witz damals
überhaupt nicht kapiert, dieses Manko habe ich jedoch dadurch wettgemacht,
dass ich um so lauter gelacht habe:
Herr Eintagsfliege trifft
Frau Eintagsfliege; meint er: „Na wie wäre es?“ Antwortet sie: „Geht nicht,
habe gerade meine Sekunden!“
Neben der
Zwerchfellentspannung durch das Lachen hat dieser Witz damals bei mir
allerdings auch einen faden Nachgeschmack gehabt, weil ich mir durch mein
Nichtverstehen ziemlich dumm vorgekommen bin. Selbstverständlich bin ich
davon ausgegangen, dass alle anderen, die da ebenso laut wie ich mitgelacht
haben, den vollen Durchblick hatten und ganz genau wussten, um was es geht.
Einen Witz, den ich schon
mit knapp 6 Jahren vom Onkel meiner Mutter, einem Zimmermann, gehört habe,
habe ich dagegen sofort voll kapiert, da ich auf diesem Ohr von klein auf
sehr gut gehört habe. Ich ordne diesen Witz unter der Rubrik: „Harmloser
spiritueller Witz“ ein. Diese spezielle Hörqualität ist bei mir heute noch
aktuell und so kann ich mich immer noch über diesen Witz köstlich amüsieren:
Ein Bäcker, ein Metzger, ein Zimmermann und der Herr
Pfarrer sitzen am Sonntag nach der Kirche gern zum Morgenschoppen zusammen.
Natürlich wurde dabei über Gott und die Welt geredet, wie es eben bei einem
Stammtisch so üblich ist. Dabei fiel auf, dass es keine Geschichte gab, die
vom Herrn Pfarrer nicht mit dem Kommentar versehen wurde: „Das gibt’s!“
Allmählich fing dies die drei anderen an zu verwundern und mit der Zeit auch
zu wurmen. So beschlossen sie eines Sonntages, als der Herr Pfarrer mit
seiner Messe noch nicht fertig war, dass derjenige von den beiden anderen
für ein ganzes Jahr Freibier bekommt, der es als erster schafft, den Herrn
Pfarrer zu dem Ausspruch „Das gibt’ nicht!“ zu verleiten. Als dann der Herr
Pfarrer eintrifft, beginnt der Bäcker schnell und siegesgewiss: „Bei meiner
Meisterprüfung habe ich eine Torte gebacken, die war so groß wie ganz
London!“ Der Herr Pfarrer hebt kurz eine Augenbraue und kommentiert: „Das
gibt’s!“
Da legt der Metzger mit seiner Geschichte hoffnungsvoll los, um
sich die heiß ersehnte Prämie zu sichern: „Und ich habe bei meiner
Meisterprüfung eine Wurst gemacht, die hat um den ganzen Äquator gereicht!“
Gespannte Stille, der Herr Pfarrer muss erst einen Schluck nehmen, bevor er
mit zwei erhobenen Augenbrauen antwortet: „Das gibt’s!“
Nun ist der
Zimmermann an der Reihe, der sich nun genüsslich zurücklehnt und seine
Geschichte so richtig auf der Zunge zergehen lässt
(mein Großonkel der
Zimmermann, bekam gleich so ein Glitzern in die Augen, als sein Kollege in
seinem Witz drankam): „Tja, als ich die Meisterprüfung hatte, sollte
ich eine Leiter bauen. Das fand ich ja etwas zu einfach und so musste ich
eine ganz besondere Leiter bauen, das war ich meinem Ehrgeiz schuldig. Und
so wurde die Leiter länger und länger. Schließlich war sie so lang, dass sie
bis in den Himmel reichte. Neugierig wie ich bin, bin ich natürlich
hinaufgestiegen und habe in den Himmel hineingeschaut!“ Der Zimmermann
merkte, wie die anderen gebannt an seinen Lippen hingen, auch und gerade der
Herr Pfarrer. Er machte eine Pause und nahm einen Schluck aus seinem Glas.
„Soll ich euch sagen, was ich da oben gesehen habe?“ Er nahm noch einen
Schluck. Die Spannung stieg. „Na erzähl schon!“, drängte der Herr Pfarrer.
„Also“, fuhr der Zimmermann fort, „also, da habe ich alle mögliche Leute
gesehen, jede Menge Bäcker (der Bäcker lehnte sich zufrieden zurück) und
auch Metzger. Sogar einige Zimmerleute, aber (er machte eine kleine
Kunstpause) keinen einzigen Pfarrer!" „Das gibt’s nicht! Auf keinen Fall,
das gibt’s nicht!“ war die prompte Antwort des Pfarrers.
Der folgende Witz ist nicht sehr spirituell und wohl leider eher traurige Realität als nur ein Witz, aber eben auch ein treffliches Wort gegen die alten Autoritäten. Solche Witze kommen besonders gut bei Menschen an, die auf dieser Ebene besonders sensibel sind. Hierher gehört auch das kurze und viel sagende Gespräch (verlegen wir das Gespräch vorsichtshalber aus der Gegenwart ins Mittelalter) zwischen einem Fürsten und einem Bischof über den richtigen Umgang mit den vielgeliebten Untertanen:
„Halte Du sie dumm, ich
halte sie arm!“
Die schwierige Balance in
der täglichen psychotherapeutischen Praxis:
Die Patientin sagt zu
ihrem Therapeuten: „Küssen Sie mich, Herr Doktor!“ Der Doktor: „Das darf ich
nicht! Nach der strengen analytischen Regel dürfte ich nicht einmal neben
Ihnen auf der Couch liegen.“
aus: „Das HaHandbuch der Psychotherapie“
von Bernd Trenkle
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Spiritualität / Religion kennen, würde ich mich freuen, wenn Sie mich unter
vlduerr@aol.com mitlachen lassen!
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